Krank ist nicht gleich krank..






Montagmorgen, 6 Uhr: Der Wecker klingelt und ihr schmerzen die Glieder, ihr Schädel brumt. Sie denkt: „Krank? Nee, das passt nicht!“ Trotzdem schläft sie wieder ein.
7 Uhr: Als ihre Mutter hysterisch an ihre Tür klopft und fragt, was los sei, antwortet sie: „Ich glaub, ich hab Fieber.“
7.15 Uhr: Beim messen der Temperatur erschrickt die Mutter: „39,5 Grad! Das ist viel zu hoch, du musst zum Arzt!“
7.30 Uhr: Sie steht vor dem Spiegel und überlegt ersteinmal, was sie anziehen könnte, schließlich weiß man ja nie, wen man dort alles trifft. Vielleicht ist ja ein schnuckeliger Kerl dabei?
9 Uhr: Nach eineinhalb Stunden hat sie endlich ein passendes Outfit gefunden. Also ab zum Arzt! Cool, da gibt’s ja auch wieder so tolle Klatschheftchen zu lesen – was für ein wundervoller Tag!
10 Uhr: Sie sitzt im Wartezimmer, verfällt der Welt der schönen und Reichen und überlegt sich schon mal, wie groß der Schrank sein muss, den sie später braucht, wenn sie ein Star ist.
10.30 Uhr: Ausgerechnet als ihre Gedanken zu „Dr. Orlando Bloom“ abschweifen und sie sich vorstellt, wie er sie gleich abtastet und sagt: „Bitte machen sie sich frei!“, wird ihr Name aufgerufen.
10.35 Uhr: Sie denkt: „Huch, das bin ja ich!“, geht kurz zum Arzt rein und versichert ihm, dass das Fieber ja nicht schlimm sei.
11 Uhr: Jackpot! Der Arzt hat das ein wenig anders gesehen: Er hat sie eine Woche krankgeschrieben, das bedeutet schulfrei. Yippieh! Okay, sie hat zwar eine schwere Bronchitis und okay, ja sie fühlt sich auch nicht so ganz topfit, aber sie sieht das ganze eher als „Wellness“- Aufenthalt im eigenen Bett.
11.15 Uhr: Statt sich auf direktem Weg nach Hause zu machen, geht sie noch kurz shoppen. Schließlich braucht sie noch ein sexy Outfit für die Party am Samstag. Bis dahin ist sie garantiert fit..
20 Uhr: Nichts gefunden, Geldbeutel leer. Zum Glück hat sie noch 6 Shopping Tage vor sich, um ein Outfit zu finden.
21 Uhr: Viel zu spät zu hause, tischt sie ihrer besorgten Mutter auf: „Ich musste den ganzen Tag an den Tropf, damit das Fieber runtergeht.“ Danach telefoniert sie bis spät in die Nacht mit ihrer besten Freundin, die ihr den brandneuen Pausenhof Klatsch steckt. Man muss schließlich auf dem laufenden sein!







Montagmorgen, 7.15 Uhr: Er musste zwar nachts nur zweimal niesen, fühlt sich aber sterbenskrank und schreit nach Mama.
7.16 Uhr: Mutti rast an sein Bett, zückt das Fiberthermometer und erschrickt, als wolle sie ihn umbringen.
7.17 Uhr: Er hat 37,2! Nach dieser tragischen Diagnose leidet er gleich noch mehr. „Ich fühle mich schlapp! Und mein Kopf pocht!“
7.20 Uhr: Mama macht dem Sterbe Patienten Zitronentee und legt ihm kalte Umschläge auf die Stirn. Dabei wimmert er: „Mama, ich bin so verspannt. Kannst du mich massieren?“ Klar..
9 Uhr: Mama fallen vor lauter Kneterei fast die Hände ab, aber er jammert immer noch: „Ich habe mich noch nie so schwach gefühlt. Ein Kumpel von einem Kumpel hatte mal dieses Pfeiffersche Drüsenfieber. Was ist, wenn ich das auch habe?! Mama, ich habe Angst!“
9.15 Uhr: Das Mamalein tätschelt zärtlich seinen Kopf und meint, er solle lieber zum Arzt gehen. Er fleht: „Alles, nur das nicht!“
10 Uhr: Er schläft und träumt von Sex mit Paris Hilton.
12 Uhr: Er wacht wieder auf, die Decke ist nass – aber nicht, weil er so hohes Fieber hat, sondern weil sein kleiner Freund Traum und Realität nicht auseinander halten kann.
12.05 Uhr: Er schreit nach Mama: „ich hab Hunger!“
13 Uhr: Mama serviert ihm ein 3-Gänge-Menü mit ganz vielen Leckereien. Er wünscht sich, auf ewig krank zu sein.
14 Uhr: Er hält ein Verdauungsnickerchen.
15 Uhr: Seine besorgte Freundin kommt zu Besuch, um ihn gesund zu pflegen. Als sie das Zimmer betritt, liegt er im Bett, fasst sich an die Stirn und wimmert: „ich bin sooooo krank! Das könnte eine Hirnhautentzündung sein!“ Sie denkt: „Ja, klar Schätzchen!“
16 Uhr: Nach einer Stunde Monolog darüber, wie schlecht es ihm ginge, fragt er sie, ob sie ihm den Rücken kraueln könne, weil er ja so fürchterlich juckt, von der ganzen Liegerei. Weil sie schlecht Nein sagen kann, tut sie ihm schließlich den Gefallen..
17 Uhr: Sie bereut mittlerweile, dass sie ihn besucht hat und fragt sich, mit was für einem Weichei sie zusammen ist. Weil sie das Elend nicht länger ertragen kann, erfindet sie eine Ausrede: Ich muss noch für den Mathe Test üben. Also, tschüüüß!“
17.05: Freundin weg, jetzt muss Mutti wieder ran: „Mamaaaa!“
18 Uhr: Jetzt soll Mutti auch noch seine „kranken“ Füße massieren!
21 Uhr: Mama liegt erschöpft neben ihrem Sohn im Bett. Er: „Toll, ich bin krank und du liegst hier fertig rum!“
22 Uhr: Als er seiner Mutter nach dem Gute-Nacht-Kuss mitteilt, dass er überlegt, auch morgen zu hause zu bleiben, zuckt sie zusammen und überlegt sich, wohin sie am nächsten Tag flüchten könnte. Noch so einen intensiven Tag mit ihm steht sie nicht durch.




             


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Chrissi (21), aus Bremen, verlobt und Mama von Carrie. Blond, hat eine Schwester. Liebt Tattoos (4) + Piercings (22), Fotografie, Schuhe, STARBUCKS , Pink, Erdbeeren, Glitzer und Kitsch, Frühling, Shopping und Fashion. Shopaholic, verträumt, hat ihr Herz vor langer Zeit in HAMBURG gelassen .
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